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Fantasyy Factoryy
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Alan Tepper selected a different backing group to record "Tales To Tell": Karl Watson on bass and Dr. Cosmo Spheren on drums. Never mind, the result is just as beautiful as on his debut album and 1 think that his second effort is an even better exercise in 70s Krautrock atmospheres: "Out of the Maze" restores the almost forgotten wah-wah guitar solo Tradition, "Gypsy Lover" rocks furiously on distorted guitar riffs and flute play, "New Dawn" is an over 15 minutes long piece of floating, Floydish psychedelia, while "Season of Sorcery" and "Secret Garden" set the tone for a few folky trips into the sce
nted hippie gardens of paradise, spacier than "Ode To Life". Anyway, both albums figure among the best Gerrnan psychedelic reieases I've heard the past few years. Very recornmended stuff (the lemmings are back indeed!). (CROHINGA WELL)
Interview
mit
Carsten
Agthe
Zwar
ist die Psych-Szene in Deutschland arg zerplittet und bietet deshalb auch kaum
Ansatzpunkte, die lohnend wären, sich mit ihr intensiv zu befassen, aber
Ausnahmen gibt es auch hier und diese wiederum bestätigen die Regel. Mit
Sicherheit aber gehörte eine Band wie FANTASYY FACTORYY zum festen Bestandteil
des deutschen psychedelischen Undergrounds, wenn es diesen geben sollte. Der
Erfolg der Projektes resultiert letztendlich durch ihren Stellenwert im Ausland,
wo es, vor allem in der Psych-Szene Italiens und Großbritanniens, auch ein bestätigtes
Ansehen genießt.
Gegründet 1994 von Alan Tepper (guitar,
vocals, songwriting) spielte man schon ein Jahr später in den Londoner Sun Dial
Studios unter der Regie von Psych-Guru Gary Ramon (Sun Dial) mit „Ode To
Life“ das erste Album ein. Bereits dieses Debüt, welches 1996 auf
‘Ohrwaschl’ erschien, geriet zu einem vielschichtigen Stück Musik, welches
sich nicht nur auf die Anfänge von Psychedelic und Krautrock beruft, sondern
den Bogen bis in die heutige Zeit spannt. So macht Alan Tepper auch keinen Hehl
daraus, daß ihn gerade deutsche Krautrockbands wie Out Of Focus
oder
Yatha Sidhra maßgeblich beeinflußten.
„Die
Wurzeln von Fantasyy Factoryy liegen ganz klar in den 60-er / 70-er Jahren, was
den Musikgeschmack betrifft. Das Faszinierende (Mr. Spock) an dieser Zeit ist
wohl die Vielfalt der Ausdrucksformen und die Individualität vieler Bands. Als
besonders wichtig empfinde ich die Tatsache, daß den Bands damals Zeit zur
Entwicklung gegeben wurde, was gerade für den Charakter einer Musik sehr
wichtig ist. Außerdem waren die End-60-er allgemein eine kulturelle Hochzeit
nicht nur in der Musik, sondern auch in der Literatur, im Film oder allgemein
ausgesprochen in den bildenden Künsten. Das Lebensgefühl war verglichen mit
der heutigen Zeit ein völlig anderes und das ist auch auf vielen Platten zu hören.
Diese Vielfalt der Möglichkeiten ist eine gesunde Basis für zeitgenössische
Musik. Ich glaube, daß ein Musiker im Jahr 2000 doch schon vielen Zwängen
unterworfen ist und darum ist es für uns wichtig, viele dieser Möglichkeiten
wieder zu entdecken und neu zu gestalten. Wir wollen also keine vergangene Zeit
reanimieren, sondern von den positiven Strömungen lernen“ (Alan Tepper).
In
seinem exzellenten Gitarrenspiel, fast schon einmalig in unseren Breiten, hört
man unweigerlich Alan Teppers Seelenverwandtschaft zu Ausnahmegitarristen wie
Jimi Hendrix, Uli Jon Roth, Robin Trower oder Nick Saloman (The Bevis Frond)
heraus.
Alan
Tepper zum doch recht nebulös wirkenden Bandtitel: „Die Idee zu der
Schreibweise kam mir, als ich die LP von der englischen Psychedelic-Band Velvett
Fogg kaufte. Johnn Peell schrieb damals die Liner-Notes zu der Scheibe. Ich fand
es einfach interessant, von der herkömmlichen Schreibweise abzuweichen und
damit auch einen kleinen Hinweis auf unsere Musik zu geben, die sich ja auch
nicht klar in den zeitgenössischen Kontext einordnen läßt. Ein witziger
Effekt des Namens ist auch, daß es immer wieder Journalisten gibt, die ihn
‘berichtigen’. Soo
itt goess!...
Die Idee zu dem Bandnamen
hatte ich, während ich ein altes Video von Traffic gesehen habe, in dem sie den
Song ‘Shoot Out At The Fantasy Factory’ spielten. Leider ist der Bandname
Fantasy schon zweimal belegt (einmal von einer US-Band und einmal von einer
UK-Band). Am Anfang hat mich das Factory auch ein wenig gestört, da ja eine
Fabrik allgemein mit negativen Assoziationen belegt ist, wie z.B. Produktion,
Akkord, Mechanik usw. Mittlerweile mag ich den Namen aber so, wie er ist, denn
es haben sich viele positive Zusammenhänge ergeben.“
Nach
der Einspielung von „Ode To Life“ kam es zur ersten Umbesetzung. Für den
Bassisten Tom Schmitz kam Karl Watson, Mr. C. Marihuana (drums) wurde durch Dr.
Cosmos ersetzt. In dieser Besetzung wurden auch die Nachfolgealben „Tales
To Tell“ (1997) sowie „If I Like, I Do It“ (1998-bisher nur auf
Vinyl, demnächst erstmalig auf CD) eingespielt, die den mit dem ersten Album
begründeten Status der Band in ihrem Metier festigten.
1998
kam schließlich ein gewisser C.Stone am Bass in die Band und in dieser
Besetzung, bis heute die langlebigste von FANTASYY FACTORYY, verwirklichte man
schließlich im Jahr 2000, neben zahllosen Beiträgen auf Compilations und
Tribute-Alben (u.a. für Pink Floyd, die Beatles und Black Widow), das
Mammutwerk „Dreams Never Sleep!“, eine über 70-minütige
Achterbahnfahrt durch Zeit und Räume, die im Makrokosmos mit Sicherheit eine
der wichtigsten Veröffentlichungen im Bereich Psyche der letzten Jahre
darstellt, im Mikrokosmos einfach nur das Magnum Opus des Trios um Alan Tepper
ist.
Neben
überlangen Trips wie das zwölfminütige „Landing“ oder das fünfzehnminütige
„Room Of Echoes“ sind es gerade akustisch-verhaltene Tracks wie „Will You“,
„Sadly Waiting“, „Soul Sister“ oder der wundervoll harmonische
Titelsong, die dem Album eine ungezwungene Leichtigkeit verschaffen. Verdient hätte
es „Dreams Never Sleep“ allemal, aus dem Underground genannten Randdasein
auszubrechen. „Zu hoffen ist natürlich, daß die Psychedelic-Szene mehr Hörer
bekommen würde, denn der Underground ist sicherlich noch ausbaufähig.“ (A.Tepper)
Allegorisch sind „Dreams Never Sleep!“ und auch seine Vorgänger als die ultimativen psychedelischen Trips zu sehen, because, if you like to dream, then do it!
-Carsten
Agthe - Januar 2001-
Releases:
Ode
To Life
CD 1996
Ohrwaschl OWR
06
Tales
To Tell
CD 1997
Ohrwaschl OWR
09
Dreams
never sleep!
CD 2000
Ohrwaschl OWR
010
Dreams never sleep! Double-Album incl. 20 min bonus
DLP 2000
Ohrwaschl OWLP 04/05